Wovon ich noch erzählen wollte
Weihnachten in Dänemark - Dansk Jul

Weihnachten in Dänemark - Dansk Jul - Weihnachten in Husum

Im Weihnachtshaus, im gründerzeitlichem Gebäude in Westerende 46, 25813 Husum, feiert man das ganze Jahr über Weihnachten. Wir waren einmal zur Krokusblüte dort und, es hat überhaupt nicht gestört. 

Sozusagen Weihnachten for ever. Auf 250 m² zeigt Frau Paulsen
, was sie in Sachen Weihnachten in rund 25 Jahren zusammen getragen hat. Es sind einige Tausend Exponate und jeder, der gern Weihnachten feiert und dem Fest der Liebe positiv entgegen sieht (es soll auch andere geben). Wird in der „grauen Stadt am Meer“ auf seine Kosten kommen. Nicht umsonst erwähne ich die graue Stadt. Es wird nämlich auch ein Baum gezeigt, der nach der Beschreibung des großen Dichters nachempfunden gestaltet wurde.

Es ist immer etwas kritisch, wenn man als deutscher Mensch die Traditionen eines anderen Volkes beschreiben oder gar aufzeigen will. Ganz besonders schwierig ist es natürlich, wenn die Emotionen zur jeweiligen Tradition so anders geartet sind, wie sie im Falle des Weihnachtsfestes zwischen unseren nördlichen Nachbarn und uns nun einmal sind.

Im Weihnachtshaus in Husum hat man versucht einen Bogen zu schlagen bzw. eine Brücke zu bauen zwischen Dänemark und Deutschland. 

Die Ausstellung „Weihnachten in Dänemark - Dansk Jul“ zeigt (überwiegend) Exponate aus dem Familienbesitz von Professor Torkild Hinrichsen, der tiefe Wurzeln in Dänemark hat und quasi dänisch aufgewachsen ist - wenn auch nur im dänischen Teil von Hamburg (für nicht Hamburger, ich spreche von Altona).

Man muss einmal aufräumen mit dem Gerücht, dass die Dänen ihr Weihnachtsfest so feiern wie wir Deutschen. 

Nein, dass tun sie nicht. Ihre weihnachtlichen Symbolträger sehen den unseren zwar auf dem ersten Blick sehr ähnlich, doch bei näherem hinsehen haben sie einen ganz anderen Charakter. Und dies sage ich vollkommen wertfrei. Mir ist die deutsche besinnliche Weihnacht lieb und teuer. Mein Mann und ich leben, ja zelebrieren sie geradezu. Dennoch war ich höchst interessiert, als meine dänische Freundin Lise Clasen mir die Bedeutung und Wesen der dänischen Weihnachts- wichtel - die Nisse (Plural Nisser) heißen, erklärte. Nein, dass sind nicht unsere lieben, ja süßen Wichtel, die dem Christkind und dem Weihnachtsmann zuarbei- ten, die die kleinen und großen Sünden von uns notieren und den Geschenke- bringern zu Weihnachten als Liste übereichen. Das sind Kobolde, die auf dem Dachboden oder in den Kellern Schabernack treiben und die man „bei Laune“ halten muss. Zum Beispiel in dem man ihnen Grütze und Bier hinstellt

Und, sie haben auch einen anders gestalteten Weihnachtbaum. Er fiel in Husum nicht ganz zur Zufriedenheit der dänischen Freunde aus. Schaut man genau hin, so erkennt man, er ist jedoch dem dänischen Weihnachtsbaum nachempfunden. Allerdings fehlte ein hervorstechendes Merkmal. 

Ein echter dänischer Baum hat einen großen glänzenden Spitzenstern. 

Und, natürlich haben die Dänen nicht nur die Papierherzen und Tüten, sie haben - ähnlich wie wir – figürlichen Weihnachtsschmuck als Kugel, Pfeife, Trommel, Vogel u.v.a. Stilisierte Spielsachen eben, zur Erinnerung an die Zeit, als die Geschenke noch am Baum hingen. 

Und, es hängen kleine Kobolde am Baum. Ohne Nisser kein dänischer Weih- nachtsbaum, ich denke kein richtiges dänisches Weihnachtsfest.

Und, der traditionelle juletræ (Weihnachtsbaum) ist auch mit Lametta geschmückt. Nicht zu vergessen, die Dänen schmücken ihren Baum mit einer Girlande
dänischer Flaggen.

Und, der erste überlieferte beleuchtete Weihnachtsbaum in Dänemark stand Anfang des 19. Jahrhunderts in Kopenhagen - bei einer deutschen Familie. Es brauchte nur ein paar Jahre, bis er sich im ganzen Land durchgesetzt hat.

Mehr möchte ich jetzt nicht von der Ausstellung erzählen. 

Schauen Sie sich die Fotos an und, wenn sich die Gelegehit ergibt, fahren Sie nach Husum und überzeugen Sie sich selbst. 

Es gibt ein Buch
 zur Ausstellung

Dort können Sie über die dänischen Bräuche lesen. 

Auch die wichtigsten Rezepte sind dort niedergeschrieben. Sie erfahren die Liedertexte, die die Dänen singen, wenn sie um den Baum tanzen, eigentlich ist es eher ein Ringelreihen, der wird aber Tanz genannt und, wie könnte es anders sein, darin sind die Nisser die Hautpersonen.

Jetzt wünsche ich Ihnen viel Vergnügen beim Betrachten meiner Ausstellungs-Fotos.

Doll(e) Grüße

herzlichst  Ihre Tortula 

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