Trachtenmuseum Haslach - aber nicht nur Bollenhüte

Ein Fotobericht von Sigi Ulbrich

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Der Schwarzwald ist Deutschlands größtes Mittelgebirge. Wer einmal im Schwarzwald gewandert ist, den zieht es immer wieder dorthin zurück. 

Und das nicht nur auf seine hohen Gipfel im Südschwarzwald wie Feldberg
 oder Belchen
. Ganz besonders schön ist es weiter nördlich in den schmalen Flusstälern, die man eigent- lich schon lieblich nennen sollte. Eins der lieblichsten ist das der Kinzig. 

Mit ihren 93 Kilometern durchfließt sie als zweitlängster Fluss des Schwarzwaldes gleich mehrere Landkreise - von Loßburg (Landkreis Freudenstadt), über Landkreis Rottweil, in den Ortenaukreis, um bei Kehl in der Nähe von Offenburg schließlich in den Rhein zu münden. Einer der bekanntesten Nebenflüsse der Kinzig ist übrigens die kleine (nur 29,3 km) Gutach. 

Bei dem Namen klingelt es sicherlich bei den meisten. Ja ..., richtig ..., die roten Bollen ! So fließt das Wasser aus dem Gutachtal gewissermaßen in die Nordsee - Kinzig → Rhein → Nordsee.

Mitten im Kinzigtal
, unweit der Gutach, 27 Kilometer südöstlich von Offenburg und 38 Kilometer nordöstlich von Freiburg liegt die Kleinstadt Haslach (knapp 7.000 Einwohner). 

Sie war in diesem Jahr ein Etappenziel auf unserer Schwarzwaldreise. Haslachs Geschichte geht vermutlich zurück auf 74 n.Chr. - Funde aus der Römerzeit lassen darauf schließen.

Nachweislich erwähnt wurde Haslach jedoch „erst“ 1240. Die Stadtrechte erhielt es 1278. Nein, ich werde hier jetzt nicht die lange Geschichte aufzeigen, aber glauben Sie mir, sie ist höchst interessant. Der zauberhafte Stadtkern mit seinen alten Fachwerkhäusern zeugt davon.

Inmitten dieser kleinen Stadt liegt das Kapuzinerkloster Haslach aus dem 17. Jahrhundert. Es gilt als am besten erhaltene Klosteranlage des Kapuzinerordens im süddeut- schen Raum. Die Gebäude sind sehr schlicht, beinahe streng gehalten und entsprechen damit meinen Vorstellungen eines Kapuzinerklosters. Dieser Orden zeichnet sich ja durch sein Armutsgelübde aus.

Foto mit freundlicher Genehmigung des Trachtenmuseum Haslach

Es ist interessant, wie durchdacht und praktisch dieses alte Ordenshaus gebaut wurde. 

Die Zellen der Mönche lagen oberhalb von Klosterküche und Speiseraum. Von dort gab es Luftschächte zu den Zellen; zum Zwecke der Heizung. 

Das Museum stellt in seiner Ausstellung eine dieser Zellen sehr lebensecht nach. 

Es fällt die Bescheidenheit der Ausstattung auf. Stehpult, Bett, Stuhl, Schränkchen und Kreuz. 

Auf einer Informationstafel
 neben der Zellentür findet man die entsprechende Erklärung.

In den Konventstrakt des Kapuzinerklosters zog nach langjährigen Renovierungsarbeiten schließlich am 7. Mai 1980 „Das Schwarzwälder Trachtenmuseum in Haslach im Kinzigtal“. 

In den ehemaligen Zellen des Konventsgebäudes zeigt das Museum in liebevoll inszenierten Großvitrinen über 100 Schwarzwälder Originaltrachten, lebensnah dargestellt, ergänzt durch kunstvoll gefertigte Einzelteile und Gegenstände aus dem bäuerlichen Leben. 

Ich habe Martin Schwendemann (Amtsleiter für Kultur und Marketing der Stadt Haslach) nach seiner Lieblingsvitrine gefragt. Es sind tatsächlich die Gutachter Trachten - die mit den Bollen - die er so besonders schön findet. 

Nun, damit ist er auf alle Fälle in allerbester Gesellschaft. 

Seit ich mich mit Trachten beschäftige, stelle ich immer wieder fest, dass nicht nur die Amerikaner der Meinung sind, dass es nur eine - eben diese - Schwarzwaldtracht gibt. Ja, manch einer glaubt tatsächlich darin die deutsche Tracht zu sehen.

Foto mit freundlicher Genehmigung des Trachtenmuseum Haslach

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