Weihnachtsträume im Januar

Museumsbericht von Gabo Richter

Seite 2 von 4

Nebenan zeigt eine Gruppe unterschiedlich großer Schildkröt-Mädchen, Inge und Ursel (1920 – 1950), dass Mütter und Großmütter gerne bereit waren, zu Weihnachten das Puppenkind neu einzukleiden. 

Nur die kleine Ursel ganz rechts vorne hat wohl noch kein zweites Weihnachtsfest erlebt - sie trägt noch das Dirndl, in dem sie gekauft wurde.

Babies in Steckkissen, Wagen, Hochstuhl oder Wiege werden in einer großen Vitrine präsentiert. 

Der absolute Hingucker ist eine herrliche Kleinkind- große Biscuit-Puppe von Alt, Beck & Gottschalck, die einen Puppenwagen vor sich her schiebt. 

Mein „Wunschkind“ sitzt daneben in einer Wiege: 

Ein Dream-Baby von Armand Marseille!

Auch die „Exoten“ dürfen nicht fehlen. In einer Vitrine tummeln sich Celluloid-, Masse- und Porzellan- puppen, die Kindern um die vorletzte Jahrhundert- Wende die menschliche Vielfalt unserer Welt nahe bringen sollten. 

Für Kinder gibt es immer wieder großzügige Spiel-Plätze mit allerlei Legespielen, Ankleidepuppen, Puppenherdchen oder Guckkästen . Das interessiert sicher mehr, als „Omas“ begeisterter Ausruf: “Schau, da ist ja meine Mimi, genau so eine hatte ich auch!“

Während unseres Besuches fehlen zwar die kleinen Besucher - nicht aber die Ausrufe! Immer wieder treffen wir auf Besuchergruppen und hören Gesprächsfetzen, in denen es sich stets um Kindheits-Erinnerungen an geliebte Spielsachen dreht, die hier wieder entdeckt werden.

Im angrenzenden Nebenraum lernen wir ein wenig über den „Stoff, aus dem die Träume - oder besser gesagt Puppen - sind“. 

In einem Schließfach sind Puppen-Köpfe und -Körper aus verschiedenen Materialien ausgestellt und erklärt. 

Sie leiten über zu einer kleinen Kranken-Station.

 

 

    Sie möchten die Details vergrößert sehen?  Kein Problem,
dort die Lupe anklicken und dann
    mit der Maus über das Foto führen!

Die Patienten, Puppen wie Bären, leiden an den unterschiedlichsten Gebrechen. 

Weil „anno dazumal“ lädiertes Spielzeug nicht so leichtfertig weggeworfen wurde wie heute, wurde der Puppendoktor konsultiert. 

Für die Puppen-Damen musste schon ein Spezialist bemüht werden, die kleinere Wehwehchen heilten geschickte Eltern meist selber…

Schade - auf dem Foto kann man den abenteuerlich gemusterten Stoff gar nicht erkennen, mit dem eine Mutter in der schlechten Zeit das arme verletzte Tier geheilt hat! 

Sicher war der kleine Besitzer überglücklich, seinen „Petzi“ an Weihnachten wieder in die Arme nehmen zu können.

Stellvertretend für die vielen deutschen Puppen- hersteller werden in einer Vitrine die Firmen Armand Marseille, Simon & Halbig, Ernst Heubach, Schildkröt und Käthe Kruse jeweils mit einem Exponat vorgestellt und knapp charakterisiert.

E-Mail an Tortula: E-Mail an Tortula

... zurück zur Puppenkommode:zurück

   ... blättern:

© Tortula & gmuwebSign